Geschichte


>> Gründertage

Nach 7 Jahren Zweite Liga war es 1977 endlich wieder soweit, die Münchner Löwen schafften nach dem packenden Aufstiegsdrama mit dem krönenden 2:0-Sieg über Bielefeld in Frankfurt den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Selbstverständlich reiste auch der damals schon legendäre Löwen-Express mit 60er-Fans aus Legau, Kimratshofen, Memmingen, Leutkirch, Pleß und Umgebung in die Main-Metropole. Wieder im Allgäu angelangt, mit einer gehörigen Portion Euphorie im Gepäck, wurde anlässlich des Aufstiegs am 15. Juli 1977 eine Feier im Gasthof Löwen angesetzt. Die Aufstiegsfeier im Kleinen Löwensaal war vom Löwen-Express-Chauffeur Erich glänzend organisiert. Neben der Unterhaltungskappelle "Movies" sorgten Ulli Pickl mit seinen Moserparodien und Michael Weinmann mit seiner Gitarre für grandiose Stimmung. Bald platzte der Kleine Löwensaal aus allen Nähten und man musste in den Großen Saal umziehen, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch bescherte. Gegen 22:00 Uhr war es dann soweit: Unser Erich verkündete die Gründung eines 1860-Fanclubs. Vorsorglich wurde der Verein bereits in die ARGE-Liste (ARGE = Arbeitsgemeinschaft aller Fanclubs des TSV München von 1860 e.V.) eingetragen. Kurios war, dass die Eintragung am 7.7.1977 stattfand und der Fanclub der Legauer Löwen die Nummer 77 in der ARGE-Liste trägt. Im Anschluss daran wurde die erste Vorstandschaft gewählt. Namentlich: 1. Vorsitzender Erich Schieß, 2. Vorsitzender Otto Anich, Schriftführer Kadi Schneider, Kassier Alfons Schneider jun..

So war der erste 60er-Fanclub im Allgäu gegründet und bereits am Gründungstag traten diesem 67 Löwenfans bei. Die erste Generalversammlung der Löwen '77 Legau, wie die offizielle Vereinsbetitelung ist, war am 16. Dezember 1977, bei der es im Anschluss ein Spanferkelessen mit Knödel und Sauerkraut, gespendet von der Vorstandschaft, gab.

Der Löwen-Express war mit Volldampf unterwegs und beförderte unsere Mitglieder und andere Löwen-Freunde zu zahlreichen Heim- und Auswärtsspielen. Nicht selten wurden im Dachauer Löwenkeller die Heimspiele der Löwen bei einem gemütlichen Bierchen "nachgekartet".

>> Bei den Legauer Löwen war schon immer viel geboten!

Damit der Löwen-Express in der spielfreien Zeit keinen Rost ansetzte organisierten die Löwen '77 die beliebten Löwenreisen, die mehrfach nach Berlin, aber auch in das benachbarte Ausland und den dortigen Metropolen führte. Paris, London, Süditalien und Rom, Prag, Budapest, Kopenhagen, Südfrankreich, Griechenland, Türkei waren u. a. Ziele dieser Reise. Sogar eine mehrwöchige USA-Reise wurde durchgeführt. Dutzende von Wochenend-Reisen führten unsere Mitglieder zu den Musicalmetropolen wie Hamburg, Wien, Düsseldorf, Wiesbaden und Stuttgart.

Zu den nennenswerten Highlights unserer Vereinsgeschichte gehört auch die Teilnahme an Fußballturnieren von befreundeten ARGE-Clubs, bei denen wir streng nach dem olympischen Prinzip "Dabei sein ist alles" sogar manchmal den Sprung auf das berühmte Treppchen schafften. Für die Sportbegeisterten in Legau veranstaltete der Fanclub regelmäßig Tischtennisturniere in der Legauer Turnhalle. Leider musste die traditionsreiche Veranstaltung wieder abgesetzt werden, nachdem eine, im benachbarten Illerbeuren lebende, vietnamesische Familie stets die ersten Plätze in der Rangliste einnahm und unser Urkundenschreiber dieser Kalligraphie nicht mächtig war (kleine Anekdote, zur Auflockerung). Äußerste Beliebtheit erfreuten sich auch die regelmäßig organisierten Schafkopf-Turniere, bei denen Preise bis zu 1.000,- DM lockten.

Da ein echter Löwe natürlich auch im Winter aktiv ist, organisierte der Fanclub die legendären Gaudi-Skimeisterschaften. Riesenslalom, Slalom, Schlittenfahrt und Hindernisstationen wie Würfeltisch, Erfrischungsstand und andere Erschwernisse ermöglichten auch den Nicht-Skifahrern reelle Siegeschancen.

Das 5-jährige Vereinsjubiläum wurde im Rahmen einer Italienischen Nacht auf dem Legauer Marktplatz groß gefeiert. Der Marktplatz bewies sich als exzellenter Veranstaltungsort und wurde deswegen auch zum 10-jährigen Jubiläum wieder genutzt. Da dieses Fest großen Anklang fand wurde das Marktplatzfest zur festen Institution im Legauer Veranstaltungskalender und wird bis zum heutigen Tag abgehalten. Seit 1997 wird im Rahmen des Marktplatzfestes nachmittags ein Mannschaftstriathlon, organisiert von der Maskengruppe der Löwen '77, durchgeführt. Hierbei gilt es die Disziplinen Laufen, Radfahren und Inlineskaten von einem dreiköpfigen Team zu bewältigen. Seit 2007 wurde der Mannschaftstriathlon durch den Löwen-Siebenkampf abgelöst.

Die Modeschauen der Löwen '77 waren weiterer Publikumsmagnet in Legau. Zusammen mit Firmen aus der Mode- und Accessoirebranche lockten die Löwen Besucherscharen in den Löwensaal um die neuesten Mode-Trends zu präsentieren.

>> Löwenstarke Jubiläumsfeste

Zum 15-jährigen sowie zum 20-jährigen Vereinsjubiläum wurde jeweils ein großes Fest mit Festzeltbetrieb abgehalten. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte von den Klostertalern, der Country-Band Truck Stop, den Wildegger Herzbuben und die stets gut besuchten Jugendabende mit den Bands Medicine-Jar, Schwabenexpress, Face, uvm.. Außerdem waren die Löwenfeste zweimal Austragungsort einer Miss-Wahl. Beim 15-Jährigen wurde in Legau die Miss Südschwaben gekürt, beim 20-Jährigen die Miss Schwaben. Bei beiden Ausscheidungen waren auch Lokalmatadorinnen aus Legau am Start. Das 25-jährige Vereinsjubiläum wurde im Rahmen zweier Festabende im Löwensaal gefeiert. Die Gründungsmitglieder des Vereins wurden dort mit einer Vereinsuhr geehrt, die speziell für das Jubiläum in limitierter Auflage aufgelegt wurde. Karl Waizenegger ließ an den Abenden die Geschichte der Löwen '77 Legau in seiner Beamer-Show noch mal zweidimensionale Wirklichkeit werden.

>> Fasching, Fasnacht, Karneval - Der Legauer Löwenfasching

Prall gefällt präsentiert sich das Veranstaltungsangebot zur Faschingszeit bei den Legauer Löwen. Im Jubiläumsjahr 2007 wurden acht Prunksitzungen abgehalten, der 60er-Ball am Rosenmontag und der Löwen-Kinderball. Dank der Maskengruppe d'r Schatzräuber vom Waldegg wird seit mehreren Jahren der Faschingsauftakt im Rahmen des Rathaussturms mit Narrenbaumstellen in einem großen Spektakel gefeiert. Die Schatzräuber laden auch alljährlich zur Narrenmesse in die Pfarrkirche Legau ein. Hw. H. Pfarrer Adolf Renftle und die Schatzräuber initiierten zusammen mit einer Guggenmusik einen Gottesdienst zur Fasnachtszeit. Inzwischen gestalten die Schatzräuber zusammen mit der geistlichen Unterstützung von Hw. H. Pfarrer Anton Rollinger die in der Bevölkerung sehr beliebte Hästrägersmesse. Auch wird alle zwei Jahre ein großer Narrensprung durch Legau abgehalten, der sich sowohl seitens der Bevölkerung als auch seitens der Narrenzünfte großer Beliebtheit erfreut.

Doch wie war der Anfang, wie kommt ein 60er-Fanclub zu solch einem Faschingskalender - Viele Mitglieder des im Jahre 1977 gegründeten Fanclubs waren derselben Meinung: Der Legauer Fasching muss wieder angekurbelt werden und es wurde für den Rußigen Freitag am 8.2.1978 im Gasthof Löwen ein Vereinsball mit dem Motto "Anno 1860" angesetzt. Dieser Ball schlug ein wie eine Bombe und der 60er-Ball war geboren. Beim zweiten 60er-Ball 1979 standen die Besucher bereits nachmittags Schlange, um noch eine Karte für den Ball zu ergattern. Die logische Konsequenz daraus war im Jahr darauf zwei 60er-Bälle und 1981 bereits drei 60er-Bälle abzuhalten, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Weiterhin ist zu erwähnen, dass in den Jahren 1980-1984 im Gasthaus Zur Oberen Mühle in Ausnang die vereinsinternen Krönungsfeiern abgehalten wurden.

Zum ersten Krönungsball im Gasthof Löwen luden die Löwen 1985 mit dem Prinzenpaar Karin I. und Richard I. ein. Die noch etwas unorganisierte Veranstaltung fand wohl ihren Höhepunkt indem die Mutter der Prinzessin eine Viertelstunde vor Ballbeginn dem damaligen Löwen-Präsidenten Erich verhemmt aufforderte: "Jetzt sag' doch dene zwoi endlich amoal was se zum tua hand". Aber auch diese Veranstaltung wurde bravourös gemeistert.

So reiften die Veranstaltungen der Löwen und man war immer bemüht den Besuchern ein kurzwelliges Programm, von Gardetänzen und Show-Tänzen, über Sketche, Pantomimen, dem Legendären Löwen-Männerballett und Auftritten von Gastgruppen, zu bieten. Zum Aushängeschild des Löwen-Faschings entwickelten sich die Prunksitzungen. Das vierstündige Nonstop-Programm, welches sich durch die schnellen Bühnenwechsel und dem varieteeähnlichen Programmcharakter auszeichnet, erfordert von allen Beteiligten auf, hinter und um die Buhne höchstes Engagement. Doch wer mit Spaß und Freude ans Werk geht, der kann den Funken aufs Publikum übertragen - für die Löwen das A & O beim Organisieren und Durchfuhren der Veranstaltungen.